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WICHY DE VEDADO

DJ

Interview Wichy de Vedado
Interview Wichy de Vedado
00:07:03
23 y L
23 y L
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Musik
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El Cuento
WICHY DE VEDADO
374
2 steps
feat. Tony Rodriguez
338
Afrobeat
WICHY DE VEDADO
357

Warnung: Die nachstehenden Informationen sind möglicherweise ernsthaft rufschädigend für Wichy de Vedado, einen der besten Jung-DJs/Produzenten Havannas. DJ-Produzenten ist ihr Ruf sehr wichtig, denn er ist ein kostbares Gut. Behalten Sie Folgendes daher bitte für sich und erzählen Sie es vor allem nicht Disko- und Partygängern, die Wichy beim Mixing hören könnten.

Hier die Fakten: Wichy de Vedado ist wirklich ein echt netter Kerl. Entgegen den Erwartungen ist er weder gefährlich, besessen noch megaegoistisch, sondern ein freundlicher und offener Mensch, der sich hinsichtlich seiner Mischpultfähigkeiten und Erfolge als DJ sehr bescheiden gibt.

Sehen Sie jetzt, warum diese Informationen geheim gehalten werden müssen? Wenn die Leute nämlich wüssten, wie Wichy wirklich ist, würden sie ihn nicht mehr bloß aus der Entfernung bewundern, sondern das DJ-Pult stürmen, um ihm die scheibenschmeißende Hand zu schütteln. Statt desinteressiert zu tanzen, würden sie ihm erzählen, wie toll sie seine Musik finden, und ihm anerkennend auf die Schulter klopfen, wodurch nicht nur die Scheiben auf dem Turntable springen würden, sondern auch sein Ruf als einer der ultracoolsten Akteure in Havannas elektronischer Underground-Musikszene auf ewig ruiniert wäre!

Wichy de Vedado lebt und arbeitet in einer netten Wohnung in Havannas Stadtviertel Vedado. „Früher habe ich allein gelebt, aber jetzt wohne ich wieder hier bei meiner Mutter“, sagt Wichy mit einem freundlichen Lächeln (wann haben Sie zum letzten Mal einen freundlich lächelnden DJ gesehen?). In seinem Zimmer mit Deckenventilator stehen ein Behringer-Pro-Mixer, zwei Pioneer CDJ-100s CD-Decks, ein HP-Laptop und ein Technics-Plattenteller mit einer Michael Jackson-Platte darauf.

Als Kind hörte Wichy viel Michael Jackson und US-Pop, doch dann entdeckte er Grunge — Nirvana, Alice in Chains, Pearl Jam — und Marilyn Manson. Um 1998/99 begann er, in Diskotheken zu gehen, und hörte The Prodigy und The Chemical Brothers. Besonders gut gefielen ihm die Sonntagnachmittage in der Disko Atelier, „wo viel Industrial Rock gespielt wurde“ — so gut, dass er dort im Jahr 2000 selbst als DJ anfing und donnerstagnachmittags für ganze 10 kubanische Pesos pro Tag auflegte. Seine Ausrüstung: zwei Sony Discmen...

„Eines Tages kam eine Gruppe deutscher DJ-Produzenten in die Stadt“, erinnert sich Wichy. „Sie legten auf einer Party auf und hatten eine Menge Elektromusik dabei: Acid House — das war was ganz anderes und hat mein Interesse geweckt. Sie hinterließen ein paar Tapes und ich begann anschließend, an ähnlichen Klängen zu basteln.“ Mit seinen selbstgebastelten Elektro-Loops zog Wichy durch die Diskos und Clubs in Havanna und bat die DJs, seine Musik aufzulegen, „um zu sehen, wie die Leute reagieren“. „So bin ich dann allmählich in diese Welt hineingerutscht“, sagt Wichy.

Etwa zur selben Zeit arbeitete er auch an Filmsoundtracks und unterlegte Kurzfilme mit seiner experimentellen Elektromusik. Einer der Regisseure, mit denen er zusammenarbeitete, verpasste ihm dabei seinen Künstlernamen. „Der Regisseur sagte zu mir: ‚Also, du wohnst in Vedado und brauchst einen Künstlernamen; ab jetzt bist du ganz einfach Wichy de Vedado.’ Ich fand den Namen hässlich, aber der Regisseur verwendete ihn einfach weiter in den Vor- und Nachspannen der Filme, an denen ich mitgearbeitet hatte, und so behielt ich ihn letztlich bei.“

Um 2001 begann Wichy mit mehr Live-Mixing und tourte schließlich durch Kuba; manchmal stand er dabei auch gemeinsam mit anderen Musikern auf der Bühne. „Das Problem ist, dass die DJ-Kultur in Kuba immer noch sehr im Untergrund ist. Plattenfirmen haben unsere Arbeit nie richtig verstanden und so mussten wir alles alleine machen. Anfangs waren wir wie eine Familie, mit rund 200 Leuten, die diese Musik hörten und machten. Jetzt sind wir so zwischen 5.000 und 6.000, und mittlerweile werden DJ-Produzenten auch stärker als Künstler anerkannt, die ihre eigene Musik machen und spielen.“

Wichy hat Kontakt zu DJs in aller Welt, mit denen er sich musikalisch austauscht. Vor kurzem arbeitete er mit dem Jazzpianisten Tony Rodriguez unter dem Namen D’Jazz zusammen. Wichy geht gern auf Konzerte und hört sich auch gern die Musik anderer Künstler in Havanna an. „Ich mag Rap“, sagt er, „und mich interessieren auch bestimmte Elemente des kubanischen Salsa.“ Dieses Interesse findet Erwiderung, denn Kubas mitunter heißeste Salsa-Sängerin, Danay Suarez Fernandez, erklärte kürzlich in einem Interview, dass Wichy ganz oben auf ihrer Producer-Wunschliste für gemeinsame Projekte steht.

„Ich verstehe mich bestens mit Musikern aller Art“, sagt Wichy. Das glauben wir ihm aufs Wort!

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