Havana-Cultura - Montruos Devoradores de Energia: Austellung Havana-Cultura - René Peña : kubanischer Fotograph

JOSE EMILIO FUENTES FONSECA aka JEFF

Visueller Künstler

Jeff's interview
Jeff's interview
00:06:43
Man nehme einen komplizierten Namen – Jose Emilio Fuentes Fonseca – und verkürze ihn zu etwas Einfacherem (JEFF), oder zumindest zu etwas, das den Eindruck der Einfachheit vermittelt und die Komplexität außer Sicht hält. In dieser Hinsicht ist JEFFs Name eine gute Einführung in seine Kunst. Manche Betrachter bezeichnen sie als „naiv“ und beziehen sich damit sicherlich auf die visuellen Ähnlichkeiten mit der sogenannten naiven oder Außenseiter-Kunst. Wenn man sich JEFFs Skulpturen und Installationen jedoch genauer anschaut, erkennt man, wie gewissenhaft er arbeitet, um die thematischen Komplexitäten zu verbergen. Er reißt die Tür weit auf, aber Vorsicht – im Inneren wartet die Dunkelheit.

„Ich arbeitete immer mit dem Thema Kindheit, Kindlichkeit“, erklärt JEFF. „Ich manipuliere die Sprache des Kindes hin zu der des Erwachsenen.“ Seine erste Soloausstellung 1994 in Havannas Museo Álvaro Reinoso trug den Titel „El Rostro Inocente“ (Das unschuldige Gesicht). JEFFs Installation bestand aus einem Klassenzimmer voll zerbrochener Stühle. An der Rückenlehne jedes Stuhls waren Flügel angebracht, hergestellt aus Blei. An den Wänden des Klassenzimmers befanden sich Bilder von Föten mit Geburtsfehlern. „Die Idee dabei war, Kinder, die von Geburt an deformiert sind, denen gegenüberzustellen, die von der Schulbildung deformiert werden – das heißt, darüber nachzudenken, wie gefährlich es ist, eine bestimmte Art von Deformität einer anderen vorzuziehen.”

JEFF wurde 1974 in Granma geboren und zog mit 7 Jahren nach Havanna um. Er macht kein Geheimnis daraus, wie stark sein Werk von seiner eigenen Kindheit beeinflusst ist, „die – ich würde nicht sagen, dass sie schwarz war, aber grau. Meine Eltern hatten sich getrennt, ich lebte bei meinen Großeltern in der Provinz Oriente, ich hatte nicht viele Spielsachen. Ich bewunderte einen Nachbarsjungen, dessen Vater Mechaniker war und viele Spielsachen für ihn baute. Er hatte eine Zange, eine Säge, einen Hammer, und ich sagte mir: Eines Tages werde ich auch all das haben, und dann baue ich meine eigenen Spielsachen.“
Die „Spielsachen“, die JEFF für seine Installationen baut – Segelboote aus scharfkantigem, rostigem Metall oder Holzeisenbahnen, die abgetrennte Gliedmaßen transportieren – erzählen von der kindlichen Welt allgegenwärtiger Gefahren. Und wieder beruft sich JEFF dabei auf eigene Erlebnisse: „Mein Bruder fand eine Stange Dynamit in einem großen Kieshaufen und brachte sie mit nach Hause. Mir erzählte er, das sei ein Knallbonbon. Es lag im Haus herum, und eines Tages wollte ich es öffnen, um zu sehen, was drin war. Als ich ein Loch hineinbohrte, verlor ich drei Finger.“ Er war 9 Jahre alt. „So etwas sollte Kindern nicht passieren, aber es passiert andauernd.“

Mit 13 begann JEFF, Kunstunterricht zu nehmen, und zeigte ein früh ausgereiftes Talent. Mit 21 erhielt er ein Stipendium von der Ludwig-Stiftung für eine Installation, die er „Landschaft mit 21“ nannte. Heute lebt und arbeitet er im Viertel Buena Vista von Havanna. Sein Haus/Atelier ist geräumig und funktional (Skulptur unten, Malerei oben), aber er sieht es lieber als eine Art Kulturzentrum. Nachbarn schauen häufig vorbei, und er genießt diese Kontakte ganz offensichtlich. „Normalerweise kann man einige meiner großen Skulpturen auf der Straße vor meinem Haus sehen, auf dem Weg zu einer Ausstellung oder bei ihrer Rückkehr. Das ist wie eine ständig wechselnde Ausstellung für die Nachbarschaft.“

Der Rest der Stadt kann JEFFs Vorstellung von öffentlicher Skulptur bei der bevorstehenden Biennale von Havanna (27. März bis 30. April 2009) kennenlernen. Im Moment arbeitet er dafür an einer Herde aus 12 Metallelefanten, die er nachts in ganz Havanna zu immer wieder neuen Standorten transportieren will.
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Kommentare
Fonseca Calvo
WOW with capital letters. Bravo indeed. It's a great job what you are doing. Greetings from Vancouver and the best for you on your next project. Zunelvis
MIGUEL ANGEL DIAZ
UN EXCELENTE ARTISTA, EN REALIDAD ADMIRO MUCHO SU TRABAJO Y SU CONCEPCION DEL ARTE
kingsnorth
Jose, I came around to your house with Sebastiaan maybe 2 or 3 years ago now while you were still working on the Elephants. Anyway I bought a picture ( which Sebastiaan paid for ) and I think it might even have been one for your girlfriend. I have just had it back mounted and framed and it looks amazing. How do I send you a picture to show you. The frame and mounting was done by a friend who does frames and restoration for Damien Hurst . Elephants. I dont know if you would do another one or not but I would certainly like to persuade you if possible. Is that possible and how much would that be do you think? Hope your well and I will be back in Cuba soon I hope colin
kingsnorth
looking at your pictures on the web site havana culture, the picture I have just framed appears in teh background twice. Its the only yellow one...
searle
I think they are fantastic. They speak. They are so alive and revealing. We were in Havana in 1998, and bought your painting"Gitana". We love it .Wishing you a life full of success. L
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