|
|
![]()
Der Archetyp des afrokubanischen Jazzschlagzeugers ist wahrscheinlich Chano Pozo, der revolutionäre „Conguero“, dessen Einfluss auf den Jazz in der ganzen Welt zu hören war. Er schrieb „Manteca“, als er in Dizzy Gillespies Band spielte. Er hatte Unterarme wie Baumstämme. Er starb 1948.
Irgendwo ziemlich am anderen Ende dieses Spektrums, in der kleinen Wohnung in Havanna, die sie sich mit ihren Eltern, Geschwistern und der Großmutter teilt, sitzt Yissy hinter einem modernen Schlagzeug. Das stimmt: Heute spielt sie nicht ihre Congas. Sie ist 21 Jahre alt, hat das sehnige gute Aussehen eines Supermodels und spielt, als sei sie schon die Legende, zu der sie einmal werden dürfte.
Sie spielt ein solides Clave-Muster, ein Kopfnicken in Richtung der traditionellen Yoruba-Perkussion, die die Grundlage für einen Großteil kubanischer Musik bildet, aber das ist für sie nur der Ausgangspunkt. Yissys Drumsticks rasen mit einer Macht in die Höhe, die sie zum Star einer Rockband machen würde. Dann geht sie zu einer entspannteren Folge von Bebop-Riffs über, die an das Spiel von Kenny Clarke oder Max Roach erinnern. Wenn es irgendwas gibt, was Yissy nicht spielen kann, würde man das nicht merken.
Aus dem Weg, Chano. Die Stadt hat eine neue Drummerin, und die ist bereit, die Welt zu erobern.